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Die Rolle der kochleären Neurotransmitter in Bezug auf Tinnitus

By 7. Dezember 2020Februar 8th, 2021No Comments
Fazit für die Praxis
(vom Autor)

Obwohl in jüngster Zeit die molekularbiologischen Grundlagen der Neurotransmission in der Kochlea wesentlich vertieft und weitere klinische Studien durchgeführt wurden, steht zurzeit ein abschließendes Therapiekonzept zur Beeinflussung der Neurotransmission noch nicht zur Verfügung. Die wesentlich, bislang nicht gelöste Herausforderung besteht darin, bei einem unter Tinnitus leidenden Patienten die individuelle Ursache zweifelsfrei zu belegen. Dies ist von besonderer Relevanz, da davon auszugehen ist, dass nur eine ursachengerichtete Therapie, die spezifisch die jeweilige Ligand-Rezeptor-Dysfunktion berücksichtigt, erfolgversprechend ist.

Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, ausreichende Dosen zum Durchdringen der Blut-Hirn-Schranke bei gleichzeitig geringen zentralen Nebenwirkungen, wie z. B. Gedächtnisstörungen, zu erreichen.

Kritisch ist anzumerken, dass statistisch gesicherte Studien, die über einen Beobachtungszeitraum von mehr als 12 Monaten gehen, fehlen.

Quelle:
Fachzeitschrift HNO, Band 55, Heft 12, Dezember 2007, Seite 964 bis 971, Autor PD Dr. B. Mazurek, HNO-Klinik und Poliklinik, Tinnituszentrum Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1, 10117 Berlin

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